AMOUREUXEE | Blogparaden Teilnehmerin #1

Ich möchte euch nach und nach die Teilnehmerinnen meiner Blogparade vorstellen. Das Thema „Selbstliebe gegen Selbsthass“ war mir unheimlich wichtig, daher ich wollte gern, dass mehr Blogger davon berichten. Mein 16-jähriges Ich hätte nämlich genau sowas gebraucht. 

Katja von AMOUREUXEE darf heute den Anfang machen. Sie ist eine der wenigen Bloggerinnen der ich schon sehr lange folge und an der ich nicht das Interesse verliere. Meiner Meinung nach ist sie anders als die meisten Lifestyle/Modebloggerinnen. Wenn sie schreibt, dann bleibt sie sich treu und lässt sich nicht beeinflussen. Daher habe ich sie immer in meiner Leseliste behalten. Ich habe bei anderen Bloggern beobachtet, wie ihr Blog nur noch aus gesponserten Posts zu bestehen schienen und es so wirkte als würden sie alles für das Geld schreiben. Sowas kann ich gar nicht leiden. 

Katja hat außerdem einen tollen Schreibstil, so dass ich gar nicht aufhören kann zu lesen, da er mich richtig fesselt. Als ich zum ersten Mal auf ihren Blog gekommen bin, habe ich mir gleich mal alle älteren Beiträge durch gelesen. Ich muss auch zugeben, dass sie sowas wie ein Vorbild für mich ist und mit der Grund war, warum ich mit dem Bloggen angefangen habe. Deswegen war ich umso glücklicher, als sie zugesagte, bei meiner Blogparade mitzumachen.

Ihr Beitrag: 


39% aller Frauen in Deutschland fühlen sich nicht wohl in ihrem Körper. 

So lautet die Überschrift eines Artikels welcher mir schon seit Monaten durch den Kopf schwebt. Angefangen hat alles mit einer kleinen Geschichte über Selbstzweifel, über dicke und dünne Frauen, ihre Körper und ihr Selbstwertgefühl. Ein Ende habe ich jedoch nicht gefunden und aus diesem Grund lagerte ich ihn wie viele unveröffentlichte Worte in meinen Entwürfen.
Vor einiger Zeit dann schrieb mich Laura von Alltagswahnsinn an, ob ich denn nicht an ihrer Blogparade zum gleichen Thema teilnehmen möchte. Ich erinnerte mich an diese unveröffentlichte Geschichte in meinen Entwürfen, kramte sie heraus und versuchte erneut ein Ende zu finden. Es war zwecklos, immer wieder scheiterte ich an meinen eigenen Gedanken.
Trotzdem schwebt mir dieses Thema ständig im Kopf herum, weshalb ich versuche auf diesem Weg meinen Gedankenzügen etwas Klarheit zu verschaffen. Ich werde versuchen einfach zu schreiben, ohne große Geschichten, ohne Metaphern und hoffentlich ein Ende finden.

Alles fing wohl an als ich ein kleines Kind war. Ich war immer ein Stück zu groß und auch immer ein kleines Stück zu schlank. Man nannte mich Bohnenstange, rief mir hinterher ich sollte aufpassen nicht zu zerbrechen vor lauter Knochen und sah mich komisch an wenn ich Essen ablehnte oder einmal keinen Hunger hatte. Im Rückblick würde ich sagen, dass das Essverhalten fremde Menschen viel zu schnell urteilen lässt. Etwas dickere Menschen werden komisch angesehen wenn sie einen leckeren Burger in der Hand halten und etwas dünnere Menschen bekommen das Essen schon fast hinterhergeworfen.
In meinem ersten Entwurf für diesen Text wollte ich genau darüber schreiben, dass nicht nur turbulente, sondern auch schlanke Menschen wie ich, unter der vorschnellen Verurteilung anderer Menschen leiden und sich Vorwürfe machen. Wie soll man denn mit seinem eigenen Körper glücklich werden wenn man ständig gesagt bekommt was falsch daran ist?

Bei mir war das etwas anders. Ich würde sogar fast sagen, dass ich ein bisschen stolz darauf war als Bohnenstange betitelt zu werden, denn ich fühlte mich wohl in meinem Körper (vielleicht war die Hüfte ein kleines Stück zu breit, aber daran kann man beim besten Willen ohne OP nichts ändern) und dachte auf keinen Fall daran zu schlank zu sein. Nein, ich war glücklich mit mir und meinem Aussehen, mit meinem Körper, meinem Gewicht und allem. Ich konnte essen was ich wollte ohne mich schlecht zu fühlen oder dicker zu werden, was ist das für ein Traum? Von meiner heutigen Perspektive würde ich sagen, dass ich einfach gute Gene habe und der tägliche Leistungssport das Übrige erfüllt hat.
Vor ungefähr einem Jahr dann habe ich aufgehört regelmäßig zu trainieren und merkte das auch an mir. Die Waage zeigte immer noch eine konstante Zahl, aber, auch wenn sich diese Worte ziemlich komisch anhören, alles an mir wurde etwas weicher und schwammiger. Ich schien trotz aller Hänseleien und ohne großes Fett ein paar Muskeln aufgebaut zu haben, welche jetzt langsam verschwanden. In diesem Zustand fühlte ich mich oft unwohl und habe auch hier schon einmal darüber geschrieben. Oft versuchte ich aber auch diese Gedanken einfach zu unterdrücken und in eine dunkle Ecke zu schieben, ganz nach dem Motto „irgendwann geht das schon weg“ und „die Waage lügt nicht“.

Es ging nicht weg. Ganz im Gegenteil, der Zustand wurde immer schlimmer. Mit der Ankunft in Neuseeland hörte ich bis auf 3-4 Mal Laufen komplett mit dem Sport auf und das machte sich bemerkbar. Wahrscheinlich spielten sogar mehrere Tatsachen zusammen an meinem Körper. Ich hörte auf mit dem Sport, ich bewegte mich gar nicht mehr viel und ich fing an ziemlich ungesund zu essen (als Backpacker muss man leider auch am Essen sparen, Chips und Popcorn wurden meine besten Freunde).
Ich merkte jeden Tag wie schlecht es mir selber damit ging, lag am Abend im Bett, fühlte meinen (für mich) dicken Bauch und schwor mir am nächsten Tag weniger zu essen. Natürlich klappte das nicht und natürlich wurde das Ganze ein Teufelskreis. Irgendwann kam dieser Moment in welchem ich mir dachte: „Scheiß egal, du bist jetzt sowieso fett.“ Und dann aß ich weiter ungesund.

Wozu das Ganze führte? Ich sitze deprimiert vor meinem Laptop und schreibe über meine Lage, in der Hoffnung irgendwas würde sich ändern. Aber das wird es nicht. Ich fühle mich unwohl in meinem Körper und mein Selbstwertgefühl ist trotz schöner Instagrambilder und netter Komplimente komplett im Keller. Eigentlich müsste ich mich freuen von einem Untergewicht in ein wahrscheinliches Normalgewicht gerutscht zu sein, aber mein Körper und mein Kopf wollen sich einfach nicht damit anfreunden. Ich möchte das nicht und ich habe bemerkt, dass nur ich allein daran etwas ändern kann. Es gibt nur ein paar kleine Probleme dabei.
Ich bin faul und nicht konsequent mit mir, da ich nie auf solche Dinge achten musste oder mich darum kümmerte. Also redete ich mit meinem Freund und erzählte ihm davon. Er tat, was wahrscheinlich jeder gute Freund machen würde und sagte mir, dass ich weder dick geworden bin oder mir Gedanken machen müsste und wunderschön bin. Aber wisst ihr was? All´diese schönen Worte helfen nicht wenn man selbst nicht glücklich ist. Ich muss das Problem ganz mit mir allein klären und eine Lösung finden.

Das ist sie also, die Geschichte und Perspektive einer schlanken Frau. Ich hadere schon wieder mit dem Ende dieses Textes, aber ich möchte euch noch ein paar Worte mit auf den Weg geben: Hört auf Menschen für ihren Körper zu verurteilen, denn innerlich sind sie selbst meist unzufrieden und eure Worte machen diesen Zustand nur schlimmer. Als meine Mama mir am Anfang meiner deprimierten Phase sagte ich hätte einen dicken Hintern bekommen, hätte ich losheulen können. Und auch wenn ich mich mit Hänseleien wie Bohnenstange oder Körperklaus angefreundet habe, nicht jeder Mensch kann darüber so positiv denken.
Außerdem möchte ich euch motivieren mit eurem Körper ins Reine zu kommen, denn ihr allein müsst darin leben und nicht Andere, welche ihre Witze darüber machen. Was genau ich unternehmen werde weiß ich noch nicht, wahrscheinlich muss ich wieder Sport machen, denn Disziplin beim Thema Essen habe ich überhaupt nicht. Aber es ist zu einfach einem unzufriedenem Menschen zu sagen, dass er sich wohlfühlen soll, als könnte er einen Schalter in seinem Kopf umlegen und sich auf einmal selbst lieben. Komplimente helfen ungemein um das eigene Selbstwertgefühl zu erhöhen, aber für das Körpergefühl ist jeder Mensch selbst verantwortlich und muss sich seine Ziele und Prinzipien setzen.

Dafür, dass ich am Anfang noch nicht wusste wohin dieser Text eigentlich gehen soll, hat er eine schöne Länge erreicht. Ich hoffe irgendwo die richtigen Worte für meine Lage gefunden zu haben, andere Menschen zu finden die mich verstehen und Menschen ohne diese Gedanken etwas näher unsere Probleme zu erklären. Denn irgendwie ist dieser ganze Sport- und ich-fühle-mich-wohl-Wahn zu einfach als Lösungsversuch und Selbstliebe kann ich nicht erlangen wenn ich nicht glücklich mit mir bin.


Schaut unbedingt mal bei ihr vorbei und lasst ihr ein bisschen Liebe da.

 

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