Raus aus der Komfort-Zone | Finnland #1


Es ist ein komisches Gefühl, sich einfach in ein Flugzeug zu setzten und irgendwo hin zu fliegen. Naja, ganz so spontan war es nicht. Dennoch hätte ein bisschen mehr Planung nicht wirklich geschadet:

Mit gerade mal einem großen Koffer,  sonst nur Handgepäck und sehr viel Nervosität, bin ich gestern in den Flieger gestiegen, um mein neues Leben in einem anderen Land anzutreten. Naja für ein kurzes Semester ist das mein ‚neues Leben‘.
Über Stockholm ging es dann nach Turku, eine kleine Stadt im Süden von Finnland. In einer Stadt, zu der man mit normalen Flugzeugen gar nicht hinkommt. Ich muss ehrlich sagen, ich hab noch nie ein so kleines Flugzeug gesehen, fünf kleine Stufen und schon stand man im Passagierraum der Maschine. Aber da der Flughafen in Turku auch sehr klein ist, passt das ganz gut. Ein bisschen sehr durchgeschüttelt, aber glücklich, dass alles so geklappt wie ich es mir vorgestellt hatte, kam ich dann völlig planlos an. Ich ging mit den anderen Flugzeuginsassen in eine Halle, wo wir auf unser Gepäck warteten. Ein Gepäckband für einen ganzen Flughafen, das war schon irgendwie lustig. Man wurde sofort mit einem ‚Welcome in Turku‘-Schild aus Leuchtbuchstaben gegrüßt. -Nett, ich freue mich auch hier zu sein.- Es dauerte kurz und als ich dann mein Gepäck hatte, ging es weiter in eine superkleine Eingangshalle, dort wurde ich zum Glück abgeholt. An der Uni, an der ich nun die nächsten Monate studieren werden, gibt es nämlich ein Tutorenprogramm für Austauschstudenten und so war ich nicht auf mich alleingestellt. Wir fuhren zusammen mit dem Bus in Richtung Zentrum und dann weiter zu meinem/unserem Apartment. Dort wurden mir dann auch gleich mal meine Mitbewohnerinnen vorgestellt. Eine kleine Zusammenfassung hiervon: Es sind neben mir vier Mädchen, die alle in diesem Apartment leben würden, jede aus einem anderen Land. Ich werde also die nächsten vier Monate nur noch Englisch sprechen, aber das war ja im Vornherein klar. Was nur nicht klar war, ist, dass eine von uns in dem Raum schlafen muss, in dem sich auch das Wohnzimmer mit samt der Küche befindet und zwar auf einem Ausziehsessel. Schon waren wir auf die erste Herausforderung gestoßen. Denn niemand wollte freiwillig dort schlafen. Nur waren die Flüge von mir und meiner spanischen Mitbewohnerin ungefähr zur gleichen Zeit angekommen, sodass wir zusammen bei der Wohnung ankamen, nur leider nach den anderen Mitbewohnerinnen. Also hatten sich diese natürlich die besten Betten ausgesucht. Natürlich wollte ich versuchen, eine faire Lösung zu finden, sodass jeder mal im ‚Gemeinschaftsraum‘ schlafen muss und nicht nur eine am Schlafmangel ‚zu Grunde gehen‘ wird. Ich konnte natürlich verstehen, dass die anderen sich die besten Betten ausgesucht hatten, wahrscheinlich hätte ich es nicht anders gemacht, dennoch war es für uns beide nicht wirklich fair. Aber ich wollte auch nicht, dass gleich am ersten Tag ein Streit ausbricht.

 Zum Glück hatten wir dann die Idee, einfach dieses ‚Bett‘ in eines der anderen Zimmer mit rein zu stellen, sodass das Wohnzimmer das Wohnzimmer bleiben kann und wir jetzt zwei separate Schlafzimmer haben. Die ohnehin schon viel zu klein sind, aber immerhin muss jetzt niemand in der Früh von anderen Bewohnern beim Schlafen gestört werden. So wird nun also mein Leben hier aussehen. Mit zwei mir völlig Fremden die nächsten Monate zusammen in einem Raum schlafen. Privatsphäre wird es hier wohl nicht wirklich geben. Aber egal, immerhin habe ich eine, sogar recht schöne und zu meinem Glück sogar bezahlbare Bleibe gefunden. Außerdem ist das vielleicht auch eine Erfahrung, die man Mal in seinem Leben gemacht haben muss. Ich kann nur sagen, dass ich die erste Nacht nicht besonders gut schlief. Wie auch, wenn du nicht alleine im Raum bist. Alle stehen zu verschiedenen Zeiten auf und versuchen zwar möglichst leise zu sein, aber da ich einen leichten Schlaf habe, hat nicht mal das genützt. Auch nicht meine Ohropax, die ich mir extra mitgebracht habe, da ich schon wusste, wie es mir ergehen würde. .. Ich werde euch über meine Eindrücke und auch über meine Reisen innerhalb Finnland auf dem Laufenden helfen.

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6 Kommentare :

  1. Wow, das klingt nach einer unglaublich aufregenden Zeit! :)
    Ich wünsche Dir für Dein Semester alles Gute! ♥



    XX,

    www.ChristinaKey.com

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  2. Das wird eine aufregende Zeit und ich bin gespannt, was du zu erzählen hast! Werde in einem Monat auch nach Finnland fliegen und freue mich schon riesig darauf :)

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    1. Ja, da hast du recht. Ich versuche euch hier auf dem Laufenden zu halten, vorrausgesetzt es gibt etwas spannendes zu erzählen. Zur Zeit bin ich sehr mit Uni eingespannt, aber sobald ich reise, gibt es hier mehr über Finnland.
      Wo genau geht es denn hin? Der Herbst hier ist bisher wunderschön, aber es soll wahnsinnig viel regnen, also bereite dich lieber vor. :)

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  3. Das klingt toll und da werd ich wieder sehnsüchtig. Hab selbst zwei Semester in Finnland, in Helsinki, verbracht und muss sagen, es war echt geil! Du solltest versuchen, so viel wie möglich zu reisen. Mit den Fernbussen ist das auch alles kein Problem. Viel Erfolg in der Uni, die läuft da etwas anders als hier ab, ich muss aber sagen, dass es mir wesentlich besser gefallen hat und ich das hier echt vermisse. :(

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    1. Ich glaube mir wird es mal genauso gehen, überlege jetzt schon manchmal ob ich nicht wieder her kommen soll, um hier vielleicht sogar mal etwas länger zu leben.
      Vielen Dank! Wenn es mit der Uni etwas ruhiger wird, werde ich defintiv ganz viel reisen. Ich mag das Unisysthem hier auch viel mehr.
      Liebst, Laura

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