Über Tattootermine und falsche Entscheidungen

Heute ist es wieder soweit ein weiterer Tattootermin steht an und während ich darauf warte, dass es endlich soweit ist, komme ich immer mal wieder ins Zweifeln. Eigentlich will ich mir dieses Motiv schon eine sehr lange Zeit stechen lassen, aber oft bekomme ich, vor wirklich entscheidenden Momenten, kalte Füße. Worte wie: „Das bleibt für immer. Willst du das wirklich?“, schwirren durch meinen Kopf und verunsichern mich. Aber eigentlich habe ich mich doch so lange auf genau diesen Tag gefreut, kann ich da überhaupt noch einen Rückzieher machen? Eigentlich nicht und es ist auch nicht schön, einfach so kurzfristig den Termin abzusagen. Der Artist hat sich wirklich viel Arbeit gemacht, die Vorlage allein für mich neu angefertigt und sich genau da für mich Zeit genommen. Aber dennoch ist es mein Körper und wenn es mir dann doch irgendwann nicht mehr gefällt, dann bekomme ich es nicht mehr so einfach los.

So geht es mir oft.  Ich hasse Entscheidungen, denn ich habe oft Angst die falsche zu treffen und es später zu bereuen. Aber man kommt einfach nicht drum rum. Oft muss man einfach Entscheidungen treffen, die das Leben von einem verändern und manchmal sogar, das von anderen. Ich schiebe dann alles so lange vor mir hier, bis ich mich wirklich entscheiden muss. Und dann? Die Entscheidung ist getroffen und ich habe immer noch Zweifel. Habe ich die richtige Wahl getroffen? Was wenn nicht, wie kann ich dann alles wieder rückgängig machen? Und wenn das nicht geht, wie kann ich jetzt mit den Konsequenzen leben, wenn ich mich falsch entschieden habe?

Aber wer kennt das nicht? Man denkt einmal kurz nicht oder doch zu viel nach, sodass man im Nachhinein wieder die Zeit zurück drehen möchte. Aber eigentlich ist das doch falsch, denn es würde sowieso nicht funktionieren. Also warum sich über dieses „Was wäre wenn“ so viele Gedanken machen? Passiert ist passiert. Ich kann ja auch nicht immer in der Vergangenheit leben und meine getroffenen Entscheidungen betrauern. Nein, das möchte ich nicht. Weswegen ich jetzt immer mehr versuche im hier und jetzt zu leben. Und das gelang mir am Anfang sehr schwer, aber mittlerweile immer öfters. Ich versuche einfach anders meine Entscheidungen anzugehen. Ich mache jetzt nur noch Dinge die mich in diesem Moment glücklich machen und dann fällt es mir schwerer sie im Nachhinein zu bereuen. Denn eigentlich kann man doch gar nichts bereuen, was einen glücklich gemacht hat. Naja natürlich geht das, aber es fühlt sich einfach falsch an und das ist auch gut so. Denn warum etwas bereuen, wenn es sowie so zu spät ist, um etwas zu ändern. 
So und jetzt mache ich mich mit einem besseren Gefühl auf den Weg ins Tattoostudio.
Mich würde es interessieren ob ihr Angst habt eure Tattoos zu bereuen und wie ihr mit Entscheidungen umgeht. 

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CONVERSATION

4 Kommentare :

  1. Wow, ich hab genau diese Gedanken auch! Im November habe ich meinen Tattootermin und ich krieg jetzt schon die Krise, wenn ich daran denke. So ein Mix aus Vorfreude und riesigen Zweifeln...
    Wäre toll, wenn du mehr darüber schreiben könntest. Mich würde deine Erfahrung wirklich interessieren :)

    Hast eine neue Leserin! Alles Liebe <3

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    1. Es irgendwie schön zu wissen, dass man mit solchen Gedanken nicht alleine ist.
      Ich kann es versuchen. Möchtest du irgendwas bestimmtes wissen?
      Das freut mich sehr zu hören!
      Liebst, Laura

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  2. Feel you. Mir gehts bei Tattooterminen ähnlich.
    Ich hab immer richtig Lust auf die Idee, die ich mir in den Kopf setze und kurz vorher überkommen mich dann Zweifel. Was aber meiner Meinung nach vollkommen ok ist. Es geht schließlich um eine Tattoo, welches du bestenfalls für immer hast. :-)

    Cheerio.
    Sandy von http://ownblack.net

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    1. Irgendwie ist es schön zu wissen, dass man bei sowas nicht alleine ist. Ich hoffe aber, dass du diese Zweifel nur davor hast und nicht, wenn es dann schon zu spät ist. Niemand sollte ein Tattoo bereuen, dass wäre einfach nur schade.

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